1. August 2021
Kartoffelanbau

Kartoffelanbau

Liebe Gar­ten­freun­din­nen und liebe Gartenfreunde,

fri­sche Kar­tof­feln aus dem eige­nen Gar­ten ist ein Genuss und ist gar nicht so schwer. Bei der gro­ßen Sor­ten­viel­falt, die im Han­del ange­bo­ten wird, fin­det jeder seine bevor­zug­ten Kartoffeln.

Was zu Beach­ten ist:
Für den Kar­tof­fel­an­bau kau­fen Sie nur zer­ti­fi­zierte Pflanz­kar­tof­feln, wel­che krank­heits­frei und ertrag­rei­cher sind im Gar­ten­fach­markt. Die Kar­tof­fel gehört wie Tomate und zu den Nacht­schat­ten­ge­wäch­sen und dür­fen nicht in direk­ter Nach­bar­schaft ange­baut wer­den. Sie wer­den vom sel­ben Erre­ger der Braun- und Kraut­fäule befal­len. Nur alle 4 Jahre sollte die Kar­tof­fel auf der­sel­ben Flä­che ange­baut werden.

Pflanz­gut vor­be­rei­ten:
Durch das Vor­kei­men schon ab Mitte März kann die Ernte ver­früht wer­den. Dabei wer­den die Knol­len mit dem Nabel nach unten in fla­che Kis­ten auf eine dünne Schicht Kom­post gelegt und an einen hel­len Ort bei 12 bis 15 Grad gestellt. Das dau­ert ca. 4 bis 5 Wochen. Das Legen der Knol­len erfolgt, wenn die Keime 1 bis 2 cm lang sind. Der Boden sollte auf 10 Grad erwärmt sein, wenn die Kar­tof­feln gelegt wer­den. Bei einer frü­hen Pflan­zung muss bei Spät­frös­ten mit Vlies, Folie oder Foli­en­tun­nel geschützt werden.

Pflan­zung:
Der Pflanz­ort sollte nicht zu sehr beschat­tet sein (star­ker Kraut­wuchs und gerin­ges Knol­len­wachs­tum). Der Boden muss tief­grün­dig gelo­ckert und humos sein. Die Pflanz­kar­tof­feln wer­den Ende März bis Anfang Mai 10 cm tief in Löscher oder Fur­chen im Abstand von min­des­ten 30–35 cm gelegt. Der Rei­hen­ab­stand sollte min­des­tens 60–65 cm betra­gen. Je grö­ßer der Abstand, umso bes­ser kön­nen die Pflan­zen abtrock­nen. Dann wer­den die Knol­len vor­sich­tig mit Erde bedeckt, die zar­ten Keime bre­chen leicht ab.

Pfle­ge­ar­bei­ten:
Wenn die Triebe 15 cm aus der Erde schauen, ist es Zeit zum Anhäu­feln. Mit einer Hacke zie­hen sie von den Sei­ten die Erde an die Triebe, bis nur noch die Spit­zen zu sehen sind. Dadurch bil­den sich neue unter­ir­di­sche Spross­aus­läu­fer, an denen sich spä­ter die Knol­len bil­den und somit der Ertrag erhöht wird. Das Anhäu­feln wird zwei- bis drei­mal im Abstand von ca. 2 bis 3 Wochen wie­der­holt. Es ent­ste­hen kleine Wälle. So wird ver­hin­dert, dass die Kar­tof­feln frei lie­gen und grüne Stel­len bekom­men, wodurch sie unge­nieß­bar wer­den. Gleich­zei­tig wird durch das Hacken zwi­schen den Zei­len das Unkraut ent­fernt. Für gutes Wachs­tum muss regel­mä­ßig gewäs­sert wer­den, mög­lichst am Mor­gen, damit das Laub bis zur Nacht wie­der abtrock­nen kann. So wird die Anfäl­lig­keit der Braun- und Kraut­fäule ver­rin­gert. Kar­tof­feln neh­men den größ­ten Dün­ger­be­darf nur bis zur Blüte auf. Des­halb soll­ten die Düng­er­ga­ben zur Pflan­zung erfol­gen und ein­ge­ar­bei­tet wer­den.
Ein Haupt­pro­blem beim Kar­tof­fel­an­bau ist die Kraut- und Braun­fäule. Ent­fer­nen Sie befal­le­nes Laub mit gelb­lich bräun­li­chen Fle­cken und ent­sor­gen sie es, aber nicht auf dem Kom­post. Im Som­mer soll­ten sie auf oran­ge­far­bene Eier und die röt­li­chen Lar­ven mit schwar­zen Punk­ten des Kar­tof­fel­kä­fers ach­ten. Im Früh­sta­dium bekom­men Sie durch Absam­meln den Befall leicht in den Griff.

Ernte:
Die Früh­kar­tof­feln wer­den schon im Juni/Juli geern­tet. Zu die­ser Zeit ste­hen die Pflan­zen in Blüte. Mit zuneh­men­der Reife wird aber die Spei­se­qua­li­tät ver­bes­sert. Mit­tel­späte und späte Sor­ten rodet man im September/Oktober. Dann ist das Laub schon braun und vertrocknet.Der Boden sollte zu die­ser Zeit tro­cken sein.Stechen Sie mit der Gra­be­ga­bel von der Seite vor­sich­tig unter die Pflanze und lockern Sie so die Knol­len und heben Sie sie her­aus. Späte Sor­ten eig­nen sich am bes­ten zur Ein­la­ge­rung. Sie müs­sen gesund, unbe­schä­digt und unge­wa­schen ein­ge­la­gert werden.

Ich wün­sche Ihnen viel Erfolg beim Anbau und eine rei­che Kartoffelernte.

Ihre Fach­be­ra­te­rin Steffi Voigt
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