29. November 2020
Winter

Winter


Der Fall Flocke

In einer Wolke in der Hocke
kau­ert eine kleine Flo­cke.
Sie zit­tert stark am gan­zen Leib,
wozu sie nicht die Kälte treibt.
Sie soll zum ers­ten Mal erle­ben,
als Flo­cke durch die Luft zu schwe­ben.
Sie darf sogar die Erste sein,
und schwe­ben soll sie nicht allein!

Doch kei­ner hat sie je gefragt,
das wurde ihr ein­fach gesagt.
Man hat sie gar nicht ange­hört,
ob sie daran viel­leicht was stört!

Weil es nicht los geht, fan­gen die Flo­cken
hin­ter ihr schon an zu bocken.

„Ja kann das denn die Höhe sein?!
Ich müsste hier ganz vorne sein!“

„Warum stürzt die faule Socke
nicht zur Erde wie ne Flo­cke?!„

Der Grund dafür ist recht banal
und für die Flo­cke echt ‚ne Qual.
Je höher die Wolke, umso dol­ler
wird bei ihr der Höhen­kol­ler.
Das war schon immer ein Pro­blem,
vor allem beim hin­un­ter sehen!

Und drum sitzt die kleine Flo­cke
zit­ternd, ängst­lich in der Hocke.
Malt sich schon das Schlimmste aus,
schaut sie übern Rand hin­aus.

Doch so ist es in den Wol­ken:
Eine hüpft, die ande­ren fol­gen.
Und so lang das nicht gesche­hen,
wer­den wir vom Schnee nichts sehen.
Da hilft nur War­ten und auch hof­fen,
dass die da oben sich nicht zof­fen.
Und sie nach Dis­kus­sion und Reden,
der Flo­cke einen Schub­ser geben.
Damit sie schließ­lich uner­war­tet,
als Schnee auf unsere Erde star­tet!
cp
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